Heute möchte ich mal die Schwierigkeiten verdeutlichen, die das Marketing für eine Hausverlosung macht.
Stellen Sie sich vor, Sie eröffnen von heute auf morgen einen Onlineshop.
Sie haben nur ein einziges Produkt.
Von dem haben Sie aber 10.000 Stück!
Hunderte Mitbewerber haben ein ähnliches Produkt, in ähnlichen Stückzahlen.
Nachdem Sie Ihren Shop frisch eröffnet haben, sind alle Mitbewerber schon längst im Internet präsent....
Im Gegensatz zu anderen Produkten, wäre das Einschalten von Wiederverkäufern nicht legal.
Sie müssen Ihr Produkt also ganz alleine an die Frau oder an den Mann bringen.
Was Hausverlosungen noch von anderen Produkten unterscheidet:
Sie müssen ALLE Lose verkaufen, sonst müssen Sie alle bisher verkauften Lose zurücknehmen.
Falls Sie überlegen, eine Hausverlosung zu starten, frage ich Sie:
Haben Sie schon jemals etwas verkauft?
Warum überlegen Sie dann, mit einem extrem schwierigen Produkt zu starten?
Machen Sie doch ein Experiment: Stellen Sie eine Sache ins Netz, die jeder braucht und versuchen Sie 50 Stück zu verkaufen.
Schaffen Sie das nicht an einem Tag, dann überlegen Sie, warum Sie dazu fähig sein sollten, ein Produkt, welches nicht jeder braucht, mindestens 50x am Tag zu verkaufen. - Und das kontinuierlich über Monate....(Bei 10.000 Losen benötigen Sie, wenn Sie tatsächlich 50 Lose / Tag verkaufen, immer noch über ein halbes Jahr!)
Vielleicht kennen Sie Personen, die sich selbstständig gemacht haben. Sie wissen dann von den Anfangsschwierigkeiten und Sie wissen, wieviel Zeit und Familienleben diesen Personen bleibt. Sie werden doch nicht ernsthaft annehmen, daß der Aufwand für eine Hausverlosung geringer ist?
Sie wissen, ich bin ein Fan von Hausverlosungen.
Ich habe aber auch Wissen und Erfahrung im Marketing.
Deshalb ist mir klar: Selbst Marketingprofis müssten momentan bei einer Hausverlosung alle Register ziehen.
Auch damit hätten sie nur dann Erfolg, wenn sie schon länger im Geschäft sind und über entsprechende Kontakte verfügen.
Falls Sie ernsthaft eine Hausverlosung durchführen wollen, dann beobachten Sie den Markt erst gründlich.
Beschäftigen Sie sich mit Marketing und versuchen Sie wirklich einmal, irgend Etwas zu verkaufen. (Ja, der Vorschlag war durchaus ernst gemeint)
Suchen Sie in Ruhe nach Marketingspezialisten, die Ihnen helfen könnten.
Und überstürzen Sie nichts!
Sie treffen mit Ihren Aussagen wieder einmal den Nagel auf den Kopf.
Ich sehe die Problematik aber nicht unbedingt in der Vielzahl der Angebote, sondern vielmehr in der Erwartungshaltung der einzelnen Verloser.
Die Vielzahl ist meiner Meinung nach nur dann ein Problem, wenn in einem kleinen Gebiet bereits sehr viele Angebote praesent sind.
Wenn man davon ausgeht, dass sich die einzelnen Interessenten fuer eine Gegend interessieren in der es bereits ein grosses Angebot gibt, dann ist logisch, dass sich die Loskaeufer die sich fuer dieses Gebiet interessieren, verteilen.
Ich komme deshalb nochmal zureuck auf die Erwartungshaltung.
Hier denken viele Hausverloser, wenn ich meinen Lospreis guenstiger als die anderen gestalte, finde ich mehr Interessenten.
Dies mag richtig sein, aber man benoetigt letztendlich auch mehr. Man benoetigt aber dann soviele mehr, dass es am Ende nicht reicht.
Wenn ich so manche Angebote mit teilweise ueber 20.000 benoetigte Lose sehe, die dann auch noch in drei oder 6 Monaten verkauft werden sollen, frage ich mich schon, was da der einzelne fuer Vorstellungen hat.
Das betrifft also den einen Punkt hinsichtlich der falschen Erwartungshaltung.
Der zweite ist die Zeitvorstellung.
Hier haben sich viele von der ersten Verlosung beeinflussen lassen und dachten, das geht bei mir auch so, denn mein Haus ist ja noch viel besser.
Das ist natuerlich auch falsch.
Unter dem Strich denke ich schon, dass diese Art der Vermarktung seinen Weg findet, aber man muss mit einem realistischen Zeitprozess rechnen und der liegt meiner Meinung und auch nach meiner eigenen Erfahrung, bei mindestens 12 Monaten oder darueber.
Hier kommt dann die finanzielle Seite dazu, indem man beruecksichtigen muss, ueber einen wesentlich laengeren Zeitrahmen immer wieder Gelder fuer Werbung etc. zu investieren.
Im Endeffekt genau so wie Sie schreiben, wie eben bei jedem anderen Geschaeft auch.
In deisem Sinne
viele Gruesse an alle aus Florida
R.C.
danke für den sehr realistischen Beitrag. Meiner Meinung nach kann dieses Geschäftsmodell nur funktionieren, wenn der Loskauf auch offline stattfinden kann. Ich versuche mal kurz dazulegen warum das so ist.
Aktuell laufen mehr als 150 Verlosungen. Nehmen durchschnittlich 8000 Lose/Verlosung macht das in Summe 1.2Mio Lose. Da ich einige Verlosungen verfolge können wir eine Konvertierungsrate von ca. 10% pro Webseitenbesucher annehmen, Tendenz weiter fallend. Macht in Summe einen Traffic von 12Mio User. Verfolgt man die Suchanfragen auf Google zum Thema Hausverlosungen, sieht man eine stark fallende Tendenz bei steigender Anzahl von Adwords Nutzern, was die Preise für immer weniger User weiter in die Höhe treiben wird.
Was sich abzeichnet ist nachlassendes Interesse bei immer mehr Angebot. Wobei die Anbieter wenig bis kein Know How für Internetmarketing und Verkauf mitbringen. Auch mit Know How und professioneller Hilfe muss aktuell sehr viel Geld in die Hand genommen werden um 80.000-200.000 Unique User, je nach Qualität des Objekts, auf die Webseite zu bringen um 8000 Lose zu verkaufen.
Es muss also ein völlig neues Vertriebskonzept auch abseits des Web gefunden werden. Neue Verloser sollten Sie nicht von Möchtegern-Gurus blenden lassen und sich selbst ein Bild machen.
ich stimme Ihnen hinsichtlich eines weiteren oder zusaetzlichen Vertriebskonzeptes vollstaendig zu.
Auch ich zerbreche mir schon seit einiger Zeit den Kopf, finde aber keine nennenswerte Ansatzpunkte.
Die 10% ige Erfolgsrate entspricht ziemlich genau meinen eigenen Erfahrungswerte, sofern man den Statistiken glauben kann.
Ich frage mich deshalb, wo koennte denn eine weitere Zielgruppe gefunden werden bzw. wie koennte man denn die Erfolgsquote der bereits vorhandenen erhoehen.
Irgendwie komme ich immer wieder zu dem Ergebnis, dass es wahrscheinlich einfacher sein koennte, die Internetbesucher zu mehr Loskaeufen zu bewegen, denn die Interessenten sind ja vorhanden.
Bei diesen Ueberlegungen komme ich immer wieder zu der Beobachtung, dass sich das Image der Hausverlosern in letzter Zeit durch die verschiedenen Artikeln der Hausverlosungsgegener nach und nach verschlechtert hat.
Durch diese gegnerischen Artikeln ist so langsam der Eindruck gewachsen, dass es sich bei den Hausverlosungsangeboten nur um Schrottimmobilien handelt die auf dem Markt nicht zu verkaufen waren.
Insbesondere die ein oder andere Maklerorganisation bringt dieses Argument zwischen den Zeilen immer so vorsichtig rueber.
Die Tatsache, dass der normale Immobilienverkauf weltweit total zusammengebrochen ist, wird mit keiner Silbe erwaehnt.
Ich sehe daher einen Ansatz, bzw. die dringende Notwendigkeit, das allgemeine Image von Hausverlosern als Solche, in der Offentlichkeit wieder ins richtige Licht zu ruecken.
Sollte das gelingen, was meiner Meinung nach nur durch intensive Oeffentlichkeitsarbeit und nur mit der entsprechenden Medienunterstuetzung moeglich ist, dann glaube ich, werden sich von den Internetbesuchern auch mehrere fuer den Kauf eines Loses entscheiden.
Ich wollte diese Gedanken deshalb hier einmal offen legen, denn vielleicht hat ja der ein oder andere Leser hierzu weitere Ideen.
Sie treffen mit Ihren Aussagen wieder einmal den Nagel auf den Kopf.
Ich sehe die Problematik aber nicht unbedingt in der Vielzahl der Angebote, sondern vielmehr in der Erwartungshaltung der einzelnen Verloser.
Die Vielzahl ist meiner Meinung nach nur dann ein Problem, wenn in einem kleinen Gebiet bereits sehr viele Angebote praesent sind.
Wenn man davon ausgeht, dass sich die einzelnen Interessenten fuer eine Gegend interessieren in der es bereits ein grosses Angebot gibt, dann ist logisch, dass sich die Loskaeufer die sich fuer dieses Gebiet interessieren, verteilen.
Ich komme deshalb nochmal zureuck auf die Erwartungshaltung.
Hier denken viele Hausverloser, wenn ich meinen Lospreis guenstiger als die anderen gestalte, finde ich mehr Interessenten.
Dies mag richtig sein, aber man benoetigt letztendlich auch mehr. Man benoetigt aber dann soviele mehr, dass es am Ende nicht reicht.
Wenn ich so manche Angebote mit teilweise ueber 20.000 benoetigte Lose sehe, die dann auch noch in drei oder 6 Monaten verkauft werden sollen, frage ich mich schon, was da der einzelne fuer Vorstellungen hat.
Das betrifft also den einen Punkt hinsichtlich der falschen Erwartungshaltung.
Der zweite ist die Zeitvorstellung.
Hier haben sich viele von der ersten Verlosung beeinflussen lassen und dachten, das geht bei mir auch so, denn mein Haus ist ja noch viel besser.
Das ist natuerlich auch falsch.
Unter dem Strich denke ich schon, dass diese Art der Vermarktung seinen Weg findet, aber man muss mit einem realistischen Zeitprozess rechnen und der liegt meiner Meinung und auch nach meiner eigenen Erfahrung, bei mindestens 12 Monaten oder darueber.
Hier kommt dann die finanzielle Seite dazu, indem man beruecksichtigen muss, ueber einen wesentlich laengeren Zeitrahmen immer wieder Gelder fuer Werbung etc. zu investieren.
Im Endeffekt genau so wie Sie schreiben, wie eben bei jedem anderen Geschaeft auch.
In deisem Sinne
viele Gruesse an alle aus Florida
R.C.
Freitag, 3. April 2009 um 15:07 (Link) (Antwort)
danke für den sehr realistischen Beitrag. Meiner Meinung nach kann dieses Geschäftsmodell nur funktionieren, wenn der Loskauf auch offline stattfinden kann. Ich versuche mal kurz dazulegen warum das so ist.
Aktuell laufen mehr als 150 Verlosungen. Nehmen durchschnittlich 8000 Lose/Verlosung macht das in Summe 1.2Mio Lose. Da ich einige Verlosungen verfolge können wir eine Konvertierungsrate von ca. 10% pro Webseitenbesucher annehmen, Tendenz weiter fallend. Macht in Summe einen Traffic von 12Mio User. Verfolgt man die Suchanfragen auf Google zum Thema Hausverlosungen, sieht man eine stark fallende Tendenz bei steigender Anzahl von Adwords Nutzern, was die Preise für immer weniger User weiter in die Höhe treiben wird.
Was sich abzeichnet ist nachlassendes Interesse bei immer mehr Angebot. Wobei die Anbieter wenig bis kein Know How für Internetmarketing und Verkauf mitbringen. Auch mit Know How und professioneller Hilfe muss aktuell sehr viel Geld in die Hand genommen werden um 80.000-200.000 Unique User, je nach Qualität des Objekts, auf die Webseite zu bringen um 8000 Lose zu verkaufen.
Es muss also ein völlig neues Vertriebskonzept auch abseits des Web gefunden werden. Neue Verloser sollten Sie nicht von Möchtegern-Gurus blenden lassen und sich selbst ein Bild machen.
Viele Glück
Franz
Freitag, 3. April 2009 um 22:46 (Antwort)
ich stimme Ihnen hinsichtlich eines weiteren oder zusaetzlichen Vertriebskonzeptes vollstaendig zu.
Auch ich zerbreche mir schon seit einiger Zeit den Kopf, finde aber keine nennenswerte Ansatzpunkte.
Die 10% ige Erfolgsrate entspricht ziemlich genau meinen eigenen Erfahrungswerte, sofern man den Statistiken glauben kann.
Ich frage mich deshalb, wo koennte denn eine weitere Zielgruppe gefunden werden bzw. wie koennte man denn die Erfolgsquote der bereits vorhandenen erhoehen.
Irgendwie komme ich immer wieder zu dem Ergebnis, dass es wahrscheinlich einfacher sein koennte, die Internetbesucher zu mehr Loskaeufen zu bewegen, denn die Interessenten sind ja vorhanden.
Bei diesen Ueberlegungen komme ich immer wieder zu der Beobachtung, dass sich das Image der Hausverlosern in letzter Zeit durch die verschiedenen Artikeln der Hausverlosungsgegener nach und nach verschlechtert hat.
Durch diese gegnerischen Artikeln ist so langsam der Eindruck gewachsen, dass es sich bei den Hausverlosungsangeboten nur um Schrottimmobilien handelt die auf dem Markt nicht zu verkaufen waren.
Insbesondere die ein oder andere Maklerorganisation bringt dieses Argument zwischen den Zeilen immer so vorsichtig rueber.
Die Tatsache, dass der normale Immobilienverkauf weltweit total zusammengebrochen ist, wird mit keiner Silbe erwaehnt.
Ich sehe daher einen Ansatz, bzw. die dringende Notwendigkeit, das allgemeine Image von Hausverlosern als Solche, in der Offentlichkeit wieder ins richtige Licht zu ruecken.
Sollte das gelingen, was meiner Meinung nach nur durch intensive Oeffentlichkeitsarbeit und nur mit der entsprechenden Medienunterstuetzung moeglich ist, dann glaube ich, werden sich von den Internetbesuchern auch mehrere fuer den Kauf eines Loses entscheiden.
Ich wollte diese Gedanken deshalb hier einmal offen legen, denn vielleicht hat ja der ein oder andere Leser hierzu weitere Ideen.
In diesem sinne
Viele Gruesse an Alle
aus Florida
Samstag, 4. April 2009 um 15:45 (Link) (Antwort)